Eine solche Kritik verfehlt den Kern des Religiösen und ist daher keine ernstzunehmende Kritik. 4.2 Freud: Zur Funktion der Religion - über die Illusion Der 1. Sowohl Feuerbach/Marx3 als auch Freud lieferten Antworten auf diese Fragen die im Verlauf der Arbeit skizziert und dargestellt werden sol­len. September 1872 in Rechenberg bei Nürnberg) war ein deutscher Philosoph und Anthropologe, dessen Religions-und Idealismuskritik bedeutenden Einfluss auf die Bewegung des Vormärz hatte und einen Erkenntnisstandpunkt formulierte, der für die modernen Humanwissenschaften, wie zum Beispiel die Psychologie und Ethnologie, … Band 2. s. 126. Dementsprechend kann sich die Kritik an Feuerbach nicht mehr mit einer Kritik seiner Theorie begnügen. ______________________________________________. Marx betrachtete seine Religionskritik als eine explizite Weiterentwicklung der Feuerbachs … Karl Marx. Er h… Dieser besteht für Marx in dem „[E]nsemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“. Seinen Zenit findet dieses Abhängigkeitsverhältnis im ״Naturereignis“ des Todes, denn auf diesen hat der Mensch weder Ein­fluss noch kann er ihn ״fassen“ . d. A.: Zu nennen wäre an dieser Stelle vor allen Dingen die Vorlesung ״über das Wesen der Religion“ aus dem Jahr 1849. S.24. Vielmehr wendet er mit seiner reductio ad hominem auf die reductio ad hominem Feuerbachs auch eine rettende Kritik auf die rettende Kritik Feuerbachs an. Der Mensch ist dem Menschen Gott: Schwinge, Christian: Amazon.nl d. A.: Gleichzeitig ist die genetisch-kritische Erklärung Feuerbachs als fundamentale Kritik an Hegel zu lesen. Es gilt, die Religionskritik nicht nur theoretisch durchzuführen, sondern die Welt des Menschen muss verändert werden. James H. Leuba, der als Pionier der Religionspsychologie gilt, hielt auf der Suche nach einem universalen Religionsbegriff in seinem Werk ״The Psychological Origin and Nature of Religion“ (London 1921) nicht weniger als 48 Defi­nitionen fest, die er anschließend allesamt verwarf. 4.1 Freud: Grundlagen der Psychoanalyse Karl Marx (1818–1883) begreift im Anschluss an Feuerbach Religionskritik als die Voraussetzung aller Kritik. Religionskritik als reductio ad hominem meint schon bei Feuerbach nicht den Verlust Gottes, sondern seinen Eingang in eine Aufwertung des Menschen: Die Transzendenz Gottes wird zur profanierten Transzendenz der Gattung. Feuerbach hat sein Religionsbild aus einem Christentum abgeleitet, das Frömmigkeit verjenseitigt und individualisiert; die Welt wird nur mehr als … Wendy Brown, Professorin für politische Wissenschaften an der Universität von Kalifornien, Berkeley, hat in dem Sammelband „Nach Marx“ (Suhrkamp) auf die enge Verwobenheit von Religion und Warenwelt bei Marx hingewiesen. Sigmund Freud Jahrhunderts endgültig fest: ״Gott ist tot! Die Kemthese Feuerbachs lautet indes, dass die Gottesvorstellung auf eine unbewusste Vorstellung des Menschen zurückgeht, die er in ״Das Wesen des Christenthums“ (1841), ״Das Wesen der Reli­gion“ (1846) und einigen weiterführenden Vorlesungen10 als das bestimmt, was heute allgemein hin als ״Projektion“ bezeichnet wird. Während Feuerbach jedoch in ״Das Wesen des Christenthums“ noch behauptet, diese ״Projektion“ sei bloß eine unbewusste Vorstellung des Menschen über sich selbst, und eine an G.F.W. Asylbewerber*innen als Nachbarn? Zu Beginn steht die ״Unterwerfung“ des Menschen durch die Natur, als totales Abhängigkeitsverhältnis (These), dann die Entstehung der Religion als der Versuch der Menschen sich die Natur untertan zu machen (Antithese) und letztlich das Projekt der Synthese, dem sich auch Feuerbach verpflichtet sieht, aus ״Gottesfreunden“ wieder ״Menschenfreunde“ zu machen und die Theologie, unter Beibehaltung ihrer positiven Elemente, auf die Anthropologie zurückzuführen, um so die tiefe Kluft zwischen Mensch und Gott, zwischen Diesseits und Jenseits zu schließen: ״Wie Gott nichts anderes ist als daß Wesen des Menschen, gereinigt von dem, was dem menschlichen Individuum , sei es nun im Gefühl oder Denken als Schranke, als Übel erscheint: So ist das Jenseits nichts anderes als das Diesseits, befreit von Dem was als Schranke, als Übel erscheint. Sowie bei Feuerbach geht jedoch auch bei Marx mit der Kritik an der Transzendenz der Gattung dessen Potential in den Menschen ein. Gegen die friedliche Koexistenz von Naturwissenschaft und Religion in einem solchen Missverständnis schlägt  Feuerbach den Weg philosophischer Kritik ein. Marx’ Kritik an Feuerbach Zu Omar Chajjams Zeiten wäre wohl niemand darauf gekommen, den Dichter der Ketzerei zu beschuldigen, sagt Katajun Amirpur, Professorin für Islamische Studien an der Universität Hamburg: „Man ertrug die religionskritischen Sprüche Andersdenkender mit relativ großer Gelassenheit. 2.2 Feuerbach: über die Entstehung und das Wesen der Religion Berlin 2013. Karl Marx war Atheist und Kritiker jeglicher Religion. Klasse Referat kostenlos herunterladen Insgesamt 2206 Referate online Viele weitere Religion - Referate Jetzt den Inhalt des Referats ansehen! 4 Kosick, Ingo: Die Definition von Religion. Marx betrachtete seine Religionskritik als eine explizite Weiterentwicklung der Feuerbachs - und kann dementsprechend nur mit dieser zusammen gedacht werden. - Publikation als eBook und Buch Feuerbach kennt nur den Menschen als Einzelwesen, Marx sieht ihn als … Wir bieten einen direkten Einstieg zu aktuellen Themen linker Politik mit einer großen Anzahl von Artikeln namhafter AutorInnen. Die Religion ist also nichts anderes als ein vermeintlicher Akt der Befreiung aus den Fängen der Natur und wird zum Mittel gegen diese Abhängigkeit. Religion - Referat: Gottesbild Ludiwg Feuerbach und Karl Marx Eingeordnet in die 12. In ״Das Wesen der Religion“ erweitert er diesen Gedanken um das ״Abhängigkeitsverhältnis“ in dem der Mensch zur Natur steht und in welchem sich die Religion laut Feuerbach manifestiert: ״Das Abhängigkeitsgefühl des Menschen ist der Grund der Religion; der Gegenstand dieses Abhängigkeitsgefühls, das, wovon der Mensch abhängig ist und abhängig sich fühlt, ist aber ur­sprünglich nichts anderes, als die Natur. Feuerbachs reductio ad hominem ist aufklärerisch: Eine dem Menschen gegenüberstehende Macht, die ihn beherrscht, wird als Produkt des Menschen selbst erwiesen, damit der Mensch sie wieder in seine Kontrolle bekommen kann. Wie reagieren Christen und Muslime auf Kritik an ihrem Glauben – damals und heute? Linksnet ist ein Projekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung und versteht sich als eine technische Plattform für linke Zeitschriften für Politik und Wissenschaft. „Ihre eigne gesellschaftliche Bewegung besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen, statt sie zu kontrollieren.“[7] Die berühmte Metapher für diese Marktzwänge, der „Fetischcharakter der Ware“, zeigt überdeutlich, dass Marx den Kapitalismus im Anschluss an Feuerbach anhand der Figur religiöser Selbstentfremdung versteht. [3] Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung, MEW Band 1, 1969, 378. Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Übermenschen suchte, nur den Widerschein … [2] „[D]er Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Zugespitzt könnte mensch formulieren, dass die Transzendenz Gottes durch die Transzendenz der Gattung ausgewechselt wird. I. Berlin. Die Gattung Mensch ist dabei nicht die globale Vielheit der Einzelmenschen, sondern lässt sich am griffigsten mit so etwas wie einer vagen Idee des Menschseins umschreiben. Jahrhunderts, Feuerbach, Marx, Nietzsche, Freud, der Religion nichts Adäquates entgegensetzen. S.180L. Religion als das Opium des Volkes ist eine Aussage von Karl Marx. Das gesellschaftliche Sein, so glaubt er, bestimme das Bewusstsein des Menschen. Auch in seinem Geschichtsverständnis blieb er sein Le­ben lang Hegel treu. - Hohes Honorar auf die Verkäufe Ludwig Feuerbach (1804 bis 1872) war Philosoph und Anthropologe und avancierte durch seine Religionskritik zum Vordenker der Dissidenten des Vormärz. Andererseits hegt in der Religion auch jene Unwahrheit, die sich letztlich in der Entzweiung des Menschen äußert: Der Mensch macht sein eigenes, unendliches Wesen zu einem Selbständigen (Gott) und glaubt es sei verschieden von ihm. Dieser Transzendenz weist Marx kritisch nach, dass sie als eine Abstraktion vom Menschen das Echo einer realen Abstraktion des Kapitals ist. Demnach ist Religion ein Phänomen, ״ das das Heilige, das Transzendente, das Absolute, das Numi- nose oder das Allumfassende zum Wesen hat“.4 Dargestellt werden kann der substanzialistische Re­ligionsbegriff u.a. Mit ihm wird eine populäre Kritik der Religion assoziiert, die Religion auf eine Projektion des Menschen runterbricht. Gegenüber der Religionskritik eines positivistischen Szientismus baut die Religionskritik in der geschilderten Tradition den Menschen nicht in den Mauern wissenschaftlicher Tatsachen ein, sondern arbeitet an der Idee einer offenen Zukunft. Und wir haben ihn ge- tötet!“2. Karl Marx (1818--1883) Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (1843) Religion als entfremdetes Bewusstsein, als „Opium des Volkes“ verhindert die Emanzipation der Unterdrückten durch Vertröstung Friedrich Nietzsche (1844- 1900) Im Verlauf der Arbeit wird ersichtlich werden, dass auch wenn die oben skizzierten Definitionen zu Lebzeiten der hier behandelten Autoren nicht gebräuchlich waren, sowohl Freud als auch Feuer­bach/Marx in ihren Religionstheorien primär einen funktionalistischen Begriff von Religion ver­wenden und sie die Religion als einen Verblendungszusammenhang7 betrachten, welchem eine indi­viduelle, soziale und gesellschaftliche Funktion zu kommt, die jedoch keineswegs positiv ist. - Jede Arbeit findet Leser, Universität Potsdam Bevor wir uns der Theorie eines Denkers widmen, sollten wir uns zumindest schnell einen Überblick über sein Leben verschaffen. Die einzelnen Kapitel werden aufeinander aufbauen und die Arbeit grundsätzliche in zwei Haupttei­le gegliedert werden: In einen ersten Teil, der die Positionen Feuerbachs und Marx behandelt und in einen zweiten, der sich der Religionskritik Freuds widmen wird. Eine ähnliche Kritik wird heute häufig am substanzialistischen Religionsbegriff geübt, der den Inhalt dessen was definiert werden soll (Religion) übernimmt und voraussetzt. Marx kritisiert jedoch einen wesentlichen Mangel an Feuerbachs Religionskritik: Feuerbach tue so, als ob jeder Mensch als Individuum oder als abstraktes Wesen seine Religion produziere, wohingegen der Mensch – so Marx – vor allem als konkret-praktisches und damit schon immer vergesellschaftetes (gesellschaftliches) Wesen zu begreifen sei Und genau deswegen spiegele Religion auch nicht … Seine Religionskritik hat nichts mit einer szientistischen Religionskritik zu tun, die Religion aus Mangel an Beweisen verwirft. Religion als Opium des Volkes. Damit würde man viel mehr erreichen und bewegen, als das die Religion überhaupt im Stande wäre. 2.1 Feuerbach: Grundlegendes zur Religionskritik Jahrhunderts wur­den inzwischen in der neueren Religionswissenschaft durch zwei Oberbegriffe ״abgelöst“, respekti­ve können einem der folgenden Oberbegriffe untergeordnet werden, wobei auch diese nicht über die Unschärfe der Definition dessen, was Religion denn eigentlich sei, hinwegtäuschen können: I. Substanzialistischer/Essenzialistischer Religionsbegriff. Weil zwischen der Gattung und dem Individuum eine Differenz besteht, ist es dem Individuum möglich, dass er die Gattung zu einem Gott überhöht und nicht erkennt, dass es sich bei Die­se frühe Form der Religion wird dann durch den Polytheismus, der die ״Naturbewältigung“ über die Kreation einer Vielzahl, sich aber im Wesen ähnlicher Götter, vollzieht, abgelöst. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung von Linksnet wieder. Feuerbachs Rettung der Religion in ihrer Kritik Dem Hauptteil vorweg gestellt wird ein Exkurs zu den gängigen wissenschaftlichen Definitionen der Religion, mit dem Ziel, die behandelten Autoren nach Möglichkeit religionswissenschaftlich einordnen zu kön­nen. Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. 11 Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Klassischerweise wird mit Religionskritik der Name Ludwig Feuerbach verbunden. Der Fall alter und der Aufstieg neuer Götter, lag in ihrer geschichtlichen Dynamik. Der substanzialistische Religionsbegriff geht in seinem Kern von einem (gemeinsamen) Wesen der Religion aus, das sich durch die jeweiligen inhaltlichen Merkmale von Religionen erfassen lässt. In seinen Frühschriften weist er auf die Doppelnatur von Religion hin: [12] „Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Marx Kritik an Feuerbach ist eine doppelte: Zum einen will sie zeigen, wie der Mensch wirklich ist und zum anderen erklären, wie die Idee der Gattung als trügerische Abstraktion von diesem wirklichen Menschen überhaupt entstehen kann. Er kennt nur den Menschen als Einzelnen, nicht den Menschen im Allgemeinen. 6 Anm. In der Natur selbst hegt der Grund und die Ursache für den Men­sehen. Für Marx war die Voraussetzung jeder Kritik die Kritik der Religion. sein: Erst wenn der Mensch nicht vermittels eines Gottes, sondern durch seine Gattung um sich weiß, hat er die Möglichkeiten eines selbstbewussten Menschseins unverfälscht eingelöst. Ludwig Feuerbach (1804-1872) war Philosoph und Anthropologe, der in seiner Blütezeit in kommender Ahnung einer Epoche des Umbruchs stand. 8 Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Hegel angelegte Bewusstseinstheorie als Fundament gebraucht, koni- giert er diese Sichtweise in ״Das Wesen der Religion“ dahingehend, als dass er Gott nunmehr als menschliche Abstraktion der Natur begreift. Dementsprechend wird Religion als solche von den Autoren nicht affirmiert, sondern von Freud und Marx als eine ״Illusion/Neurose“ und teils als Ideologie begriffen, die es abzuschaffen gilt, während Feuerbach zumindest eine partikulare Zurückweisung der Religion, nur unter der Beibehaltung eini­ger ״sinnvoller“ Elemente der Theologie, fordert. Copyright 2019 Alle Rechte liegen bei den AutorInnen bzw. Bd. ", Auf dem Siegertreppchen der Kriegsgewinnler. Leipzig 1849. Marx begreift hier die Religion auch als kreativen Umgang der Menschen mit ihren realen Nöten: «Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Forum Recht - Das rechtspolitische Magazin für Uni und soziale Bewegungen, Feuerbachs Religionskritik und Marx' Feuerbachkritik. Mit ihm wird eine populäre Kritik der Religion assoziiert, die Religion auf eine Projektion des Menschen runterbricht. Online-Video (ca. S.18. Dieser Umstand würde es, laut Feuerbach, unmöglich machen die Theologie aufzulösen bzw. 10 Anm. d. A.: Mit Blick auf den Buddhismus wird daher häufig nicht mehr von Gott O.Ä gesprochen, sondem von einem Fokus der Religion auf etwas abstrakt Heiliges. [1] Karl Marx, Thesen über Feuerbach, Marx-Engels-Werke (MEW) Band 3, 1969, 5. In diesem Sinne wirft Marx Feuerbach vor, dass der homo in seiner reductio ad hominem selbst noch nicht der Mensch ist, wie er wirklich ist, sondern Feuerbach von zentralen Aspekten des Menschseins abstrahiert: „Feuerbach löst das religiöse Wesen in das menschliche Wesen auf. Feuerbachs religionskritische Vorarbeit war hierin so radikal, weil er mit seinem »anthropologischen Materialismus« die Religion aus der Sphäre des Geistes zum Menschen zurückführte. "Unterschied" stimmt nicht ganz: auch Feuerbach will die Religion nicht abschaffen.  (Institut für Jüdische Studien). Als ak… In dieser Differenz von Individuum und Gattung liegt für Feuerbach der Ansatzpunkt seiner Religionskritik, die sich durch die klassische Figur der reductio ad hominem verstehen lässt: Alle Eigenschaften Gottes sollen auf Eigenschaften des Menschen zurückgeführt werden.